Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Amt für Neckarausbau Heidelberg

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Inhalt: Wehre

Die Wehre des Neckars bestehen aus festen Wehrschwellen in Höhe der Flusssohle, Wehrpfeilern und beweglichen Verschlüssen in den Öffnungen zwischen den Pfeilern. In den Pfeilern befinden sich die Antriebe und Windwerke, die es erlauben, die Verschlusskörper über den höchsten Hochwasserstand anzuheben und so den Flussquerschnitt vollständig freizugeben. Bestanden die Wehre zu Beginn des Neckarausbaus noch aus vier bis sechs Öffnungen (Neckarsulm, Wieblingen), so führte die Entwicklung später zur Anwendung von nur drei, dafür aber weit gespannten Verschlüssen. Die Verschlüsse der beiden Außenöffnungen sind einteilig, während der Verschluss in der Mittelöffnung mit einer besonderen Regelungsvorrichtung in Form einer Klappe oder eines absenkbaren Wehrteils ausgerüstet ist. Die Klappe dient der Feinregulierung des Staus, der mit der oberen Rundung einer Walze nicht exakt einstellbar wäre.

Wehr Ladenburg, 2004
Wehr Wieblingen, 2007, Einbau der Wehrwalze
Wehr Neckarsteinach, 2004
Wehr Neckarsulm, 2014
Wehr Horkheim, 2012

 

 

 

 

 

 

Mit der stromab größer werdenden Hochwassermenge erhöht sich die Weite der Durchflussöffnungen von 17,5 m bei Deizisau auf 45 m bei Ladenburg.

An den untersten zehn Staustufen zwischen Feudenheim und Gundelsheim sind überwiegend Wehrwalzen angeordnet, die in der Regel leicht schräg gestellt sind. Die torsionssteifen Walzen überspannen die großen Pfeilerabstände von 30 bis 45 m. Die Walzen sind einseitig an sog. Gall´schen Ketten aufgehängt (Staustufe Heidelberg, PDF (136 KB)). Ladenburg besitzt im mittleren Wehrfeld ein Segmentschütz, Wieblingen in den Feldern 2 und 5 Doppelschütze.

An den Wehren in und oberhalb von Heilbronn mit Öffnungen von nicht mehr als 25 m Breite finden sich in der Hauptsache Rollschütze und nur in einigen Fällen Walzen (Staustufe Poppenweiler, PDF (369 KB), Staustufe Stuttgart-Bad Cannstatt, PDF (186 KB)). Am Neckar oberhalb Heilbronn gleicht kein Wehr dem anderen. Dies ist auf die lange Bauzeit, die unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten und das Bemühen der Konstrukteure zurückzuführen, die Wehre jeweils nach dem neuesten Stand der Technik zu bauen. Auch ist die Konstruktion des der Feinregulierung dienenden Verschlussorgans (in der Regel das Schütz des mittleren Wehrfeldes) anders gestaltet als die der anderen Wehrfelder des gleichen Wehrs. Auch die Wehrantriebe einschließlich der elektrischen Ausrüstung wurden für jedes Wehr individuell nach dem jeweiligen Stand der Technik gestaltet.

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Quelle: Kompendium der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest, Mainz 2007