Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Amt für Neckarausbau Heidelberg

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Inhalt: Fischaufstiegsanlage Wieblingen

Standort der neuen Fischaufstiegsanlage Wieblingen

Bauwerk

Die Stauhaltung Wieblingen/Schwabenheim liegt im Bereich der Stadt Heidelberg. Diese besteht aus der Doppelkammerschleuse Schwabenheim bei Neckar-km 17,68, der Wasserkraftanlage Schwabenheim bei Neckar-km 17,98, dem abgesetzten sechsfeldrigen Wehr Wieblingen bei Neckar-km 22,39, der Wasserkraftanlage Wieblingen mit anschließendem Kraftwerkskanal auf der linken Seite des Wehres, dem Seitenkanal zwischen dem Wehr Wieblingen und der Schleuse Schwabenheim auf der rechten Neckarseite und dem Neckar zwischen dem Wehr Wieblingen und der Schleuse Heidelberg. Unterhalb des Wehres fließt zwischen Seiten- und Kraftwerkskanal der Altneckar, welcher hauptsächlich von der Wasserkraftanlage Wieblingen (durch mehrere Verbindungen zwischen Kraftwerkskanal und Altneckar) gespeist wird.

Das 1925 fertig gestellte Wehr Wieblingen gehört zu den ältesten Wehren am Neckar. Bereits damals wurde eine Fischtreppe an der Trennmauer zwischen Seitenkanal und Altneckar errichtet. Diese ist aufgrund der viel zu kleinen Becken, der zu hohen Fließgeschwindigkeiten und der eingeschränkten Auffindbarkeit in ihrer Funktionalität stark eingeschränkt. Die Fische werden durch die starke Lockströmung der Wasserkraftanlage auf die linke Neckarseite gelenkt. Bei durchgeführten Kontrollen wurden die strömungsliebenden Fischarten nur im Kraftwerkskanal vorgefunden. Die vom Land Baden-Württemberg in Auftrag gegebene „Machbarkeitsstudie zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit im Neckar“ kommt aus vorgenannten Gründen zu dem Schluss, dass trotz der vorhandenen Fischtreppe kein Aufstieg am Wehr Wieblingen möglich ist. Um diesen
Aufstieg zu ermöglichen, wird am linken Ufer unterhalb der Wasserkraftanlage Wieblingen eine neue Fischaufstiegsanlage (FAA) errichtet. Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit am Wehr Wieblingen ist für die
ökologische Entwicklung des Neckars von Bedeutung, da es sich, vom Rhein her kommend, um die zweite Staustufe handelt.

Die gemäß WHG geforderte Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit am Wehr Wieblingen stellt eine der Kompensationsmaßnahmen dar, die in der "Abschließenden Liste der Kompensationsmaßnahmen" zur Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund und dem Land Baden-Württemberg enthalten ist.

Daten der geplanten Fischaufstiegsanlage
Länge mit Wendelungen: voraussichtlich 167,7 m
Höhenunterschied: 4,60 m
Beckenanzahl: voraussichtlich 39
Größe der Becken: 3,20 x 4,05 m

 

Bauvorhaben

Aus fischökologischer Sicht, d.h. aus Gründen der Auffindbarkeit der Anlage für aufstiegswillige Fische, ist die FAA direkt im Uferbereich des Kraftwerksauslaufes des Wasserkraftwerkes Wieblingen zu errichten. Aufgrund der sehr beengten Platzverhältnisse, der hohen und steilen Uferböschung, der Nähe zum Wasserkraftwerk und des derzeit in der Planung befindlichen Wehrersatzneubaus, stellt die FAA Wieblingen in planerischer und baulicher Hinsicht eine besondere Herausforderung dar. Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit in Form einer naturnahen Bauweise, etwa durch den Bau eines Umgehungsgerinnes ist am Standort Wieblingen nicht möglich, weshalb hier nur eine technische FAA in kompakter Bauweise in Frage kommt. Die Fachplanung folgt dabei im Wesentlichen den Planungsergebnissen der Pilot-Fischaufstiegsanlagen an den Standorten Kochendorf und Lauffen.

Voraussichtliche Bauzeit

Das Projekt befindet sich derzeit in der Vorplanung, in der unterschiedliche Varianten hinsichtlich der Lage des Einstiegbauwerks, der Trassierung sowie der Lage des Ausstiegbauwerks untersucht und verglichen werden. Die aktuelle Vorzugsvariante sieht einen Schlitzpass vor, der sich an der Uferböschung hochwendelt und mit Hilfe einer Brücke über den Kraftwerkskanal zur Trennmauer führt, welche den Kraftwerkskanal vom Oberwasser trennt.